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Vor einigen Tagen bin ich auf einen aktuellen Blog-Eintrag von Calvin Hollywood gestoßen. In diesem beschreibt er die unterschiedlichen Wege an "gute Modelle" zu kommen. Mit "gut" meint er ein professionelles Model, mit dem die Ergebnisse dann auch dementsprechend werden und keine "Nachbarschaftsmodelle".

Irgendwie bin ich mit dieser Meinung nicht so richtig einverstanden. Das könnte natürlich daran liegen, dass ich noch kein wirklich professionelles Model vor der Kamera hatte. Gleichwohl denke ich, dass einige meiner Bilder durchaus etwas Qualität haben (definitiv nicht alle). Der springende Punkt bei Calvin ist das Posen des Models. Dieses sollte vom Model gut und sicher beherrscht werden, während der Fotograf entspannt das Licht einstellen kann. Jedem seine Aufgabe halt.

Das sehe ich anders...

Natürlich kann ich schlecht dem Model die Pose vormachen, die ich gerne haben möchte und ich denke, auch weibliche Fotografinnen würden sich damit oft schwer tun. Aber letzenendes muss ich als Fotograf doch genau die Anweisungen geben, damit das Bild aus meinem Kopf überhaupt auf die Speicherkarte kommen kann. Hier liegt genau der Vorteil bei unerfahrenen Modellen. Sie haben nicht schon 100 einstudierte Standard-Posen, sondern sind viel besser in die richtige Richtung zu lenken. Man braucht halt nur, gerade am Anfang, eine Eingewöhnungszeit. Ich habe das vor einigen Wochen selber erlebt, als ich ein Model fotografiert habe, das sehr eigenständige Posen gemacht hat. Das war extrem ungewohnt und gar nicht so vorteilhaft wie ich dachte, weil es viel schwieriger war, meine Bildidee zu vermitteln, wenn die dazugehörige Pose icht im Repertoire vorhanden war. Oft fehlte mir einfach die Natürlichkeit.

Für mich ist ein "gutes Model" jeder Mensch mit einem ausdrucksstarken/interessanten/besonderen Gesicht, egal ob dieser Jemand erfahrungen im vor der Kamera stehen hat oder nicht. Zu gute kommt mir natürlich, das gebe ich zu, die Tatsache, dass ich fast nur Oberkörper-Portraits mache, sodass ich nicht weiter auf die Positionierung der Beine achten muss, was vieles erleichtert. Es kommt für mich nur aufs Gesicht an!

Einen Tag später, auf dem Workshop, habe ich die Art und Weise kennengelernt, wie Laura ihre Models anweist. Nämlich gar nicht bzw. kaum und es sind nicht immer professionelle Modelle, sondern einfach eben diese interessanten Charaktere. Sie wartet, bis sich ein Bild von selbst ergibt und erzielt dadurch Natürlichkeit.

Diese Art des Fotografierens fand ich ziemlich gut und habe mittlerweile viele gute Erfahrungen damit machen können. Wenn ein Ausdruck oder eine Haltung stimmt, kann man kurz die Anweisung "so bleiben, bitte" geben und schon hat man die Bilder, die der Person bzw. dem Charakter der Person entsprechen.

Hat Calvin also Quatsch geschrieben, wenn er meint, das man für "gute Bilder" ein professionelles Model benötigt? Nein, ganz und gar nicht. Es hängt eben immer von den Bildern ab, die man machen möchte. Calvin fotografiert oft Beauty-Bilder mit viel Retusche etc. Natürlich ist da ein professionelles Model von Vorteil, das z.B. besonders reine Haut hat etc. Doch das ist ja bekanntermaßen nicht meine Art der Fotografie. Es kommt als immer darauf an, was für Bilder ihr erstellen wollt. Denn genau danach sucht man sich den Charakter vor der Kamera aus.

Grundsätzlich denke ich, kann ein guter Fotograf von jedem Menschen ein tolles Bild machen.

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