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Öfter höre ich von den unterschiedlichsten Menschen den obigen Satz. "Ich hätte gerne mal schöne Fotos von mir, aber ich bin ja kein Model. Ich bin unfotogen!"

Wahrscheinlich sind nach der Definition, die diese lieben Menschen von Fotogenität haben, 90% aller Menschen unfotogen. Woran das liegt? An einem verzerrten Bild der Wirklichkeit und einem falschen Vergleichs- und Referenzbild.

Nehmen wir mich selber einfach mal als Beispiel. Ich bin 1,93m, 72 Kilo schwer und wie ich selber sagen würde von normalen Aussehen. Trotzdem stand ich bisher nur extrem ungern und wenn nur verkrampft vor der Kamera, was im Prinzip genau an dem ersten Satz lag: "Ich bin doch kein Model, ich bin nicht fotogen"

Mittlerweile versuche ich, die Dinge anders zu sehen. Ich bin immer noch kein "Model" und werde nie eines sein (will ich auch gar nicht). Aber es gibt eine sehr handverlesene Auswahl von Fotografen bzw. (wichtiger) Menschen, bei denen ich mich gerne auch mal vor die Kamera stelle. Die Bilder, die meine Freundin von mir gemacht hat

(Zur Serie geht es hier)

z.B. mag ich super gerne. Sie funktionierten nur, weil meine Einstellung (ich glaube zum ersten mal) gestimmt hat.

1. Ich habe mich mit niemandem verglichen. Okay, David Beckham ,oder sonst wer, sähe darauf besser aus. Aber nur weil jemand möglicherweise eine noch bessere Figur machen würde, heißt das ja nicht, dass ich eine schlechte Figur mache. Wenn ich eine Eigenschaft heraussuche und gucke, wer das alles besser kann, wird das Ergebnis zu 99% ernüchternd sein. Es gibt immer jemanden, der etwas besser kann, der besser aussieht oder bessere Leistungen bringt, aber der Rückschluss daraus ist oft fatal. Denn oft kommt dabei ein "ER/SIE ist top, ICH ein Flop" heraus. Ein klassischer Statistik- und Wahrnehmungsfehler.  

2. Ich hatte Vertrauen, zu demjenigen, der die Bilder gemacht hat. Dies ist in meinen Augen die wichtigste Komponente! Mit einem unguten Gefühl, jemand z.B. völlig fremden vor der Kamera stehen, funktioniert nicht, nicht einmal bei erfahrenden Models.

Was heißt das für mich? Worauf will er hinaus?

1. Hört auf, euch immer mit den (z.B. äußerlich) Besten der Besten zu messen und euch dadurch dann zu sehr in Frage zu stellen. Die Oberflächlichkeit dahinter kann Menschen wirklich schaden, weil ständige, unrealistische Vergleiche zu Anderen unheimlich anstrengend und belastend sind.

Wieder meine Bilder als Beispiel: In meinem Portfolio sind unheimlich viele sehr hübsche, schöne Menschen zu sehen. Aber ich würde mir wünschen, dass euch das niemals abschreckt, ihr von euch selber nicht denkt, dass ihr nicht interessant/schön genug zu seid, um fotografiert zu werden! Meiner Meinung nach zeichnet sich ein guter Fotograf dadurch aus, von jedem Menschen ein gutes Bild machen zu können, egal wer vor der Kamera ist. Super Bilder z.B. hängen nicht nur von 90/60/90 ab, sondern von Persönlichkeit, Emotion und Ausdruck! Und das sind vom reinen Aussehen völlig losgelößte Punkte, die jeder Mensch besitzt. Sonst wäre Fotografie doch irgendwie zu einfach. Die meisten Fotografen (ich muss mich da mit einschließen), zeigen halt immer nur die Besten der Besten Bilder. Kritisch gesehen trägt das zu der Wahrnehmungsverzerrung natürlich bei.

Trotzdem!

2. Habt keine Angst euch vor eine Kamera zu stellen. Jeder Mensch hat die individuellen Voraussetzungen für tolle Bilder, die entstehen können. Wichtig ist dabei nur, dass man Vertrauen zu demjenigen hinter der Kamera hat. Das baut sich in den seltensten Fällen innerhalb von Sekunden auf. Aber sehr viel leichter, bei einem Kennlern-Kaffee, einem längeren Gespräch oder Ähnlichem. Ich kann mir gut vorstellen, im Notfall auch mal auf ein Shooting zu verzichten, wenn man charakterlich nicht übereinkommt (oder wenn man so gut klar kommt, das man einfach stundenlang plaudert).

Besonders aus dem zuletzt genannten Grund arbeite ich gerade an einem neuen Shooting-Konzept. Die Umsetzung des Konzepts wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, mehr Planung verursachen, aber am Ende hoffentlich auch noch authentischere Bilder hervorbringen. Ich hoffe sehr, dadurch auch Menschen zu motivieren und sich zu trauen, sich vor (m)eine Kamera zu stellen. Das genaue Konzept werde ich in den nächsten Tagen vorstellen.

Jeder Mensch hat etwas an sich, was es Wert ist, fotografiert zu werden!

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