Previous    Next

Ab in den Urlaub?

Es ist Frühlingszeit, die Sonne kommt allmählich wieder häufiger zum Vorschein und der urlaubsreife Europäer macht sich spätestens jetzt Gedanken, wie er/sie den Sommer verbringen möchte. Vielleicht wieder auf Mallorca entspannen? Für eine Woche nach New York oder auf die Azoren? Oder doch lieber nach Bangkok? Günstige Flugpreise machen vieles möglich.

Da war doch was mit Umwelt oder?

Die Wenigsten (und meine Person bis vor kürzerer Zeit eingeschlossen!) machen sich angesichts der tollen Urlaubsaussichten der schönen Fernreiseziele Gedanken darüber, was Flüge eigentlich für die (Um)Welt bedeuten. Die tonnenschweren Luftgefährte fliegen schließlich leider (noch) nicht umweltfreundlich geschweige denn klimaneutral. Nur etwa 5% der Menschen sind in ihrem bisherigen Leben schon einmal geflogen, gleichzeitig gab es 2017 allerdings 4,1 Milliarden Passagiere, die durch die Luft befördert wurden. Ich alleine bin 2017 zu drei Orten geflogen, zusammen rund 12.000 Kilometer. Doch das ist absolut nichts, worauf ich stolz sein sollte geschweige denn kann, denn all dies hat enorme Auswirkungen auf die Umweltbelastung (unter anderem aber nicht nur) durch CO2. Geht man davon aus, dass man das 2-Grad Ziel bezüglich der Erderwärmung noch irgendwie erreichen möchte, dann hat jeder Mensch ein klimaverträgliches Jahresbudget an CO2 von 2.300 Kg.


Dummerweise verbrauchen Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Bangkok bereits ca. 6.000 Kg CO2 und auf die Azoren 1.600 Kg CO2.

Ist das noch fair?

Mit einem Interkontinentalflug pro Jahr ist es also nicht mehr möglich, ein Leben zu führen, dass aus der Perspektive des Klimas irgendwie verträglich ist! Der eigene Urlaub geht dann unweigerlich zu Lasten anderer Menschen, Tiere und des Planeten. Dabei ist man ja da noch gar nicht Auto gefahren und hat keine Konsumgüter etc. verbraucht. Doch da wir die Folgen des Fliegens nur in abstrakten Zahlen in unregelmäßigen Abständen im Internet oder Fernsehen sehen, ist es uns (und wie gesagt bis vor kurzem auch mir) ziemlich egal.

Soll ich jetzt etwa nicht mal mehr in den Urlaub fliegen dürfen?

Die naheliegendste und beste Lösung wäre natürlich ab sofort nicht mehr zu fliegen und Reisen mit der Bahn (oder auch mit dem Auto) zu bevorzugen. Doch darauf möchte weder Ich noch die meisten anderen Menschen verzichten. Zu viele Dinge gibt es auf diesem Planeten, die noch entdeckt werden können.

Was also tun? Kompensation durch z.B. Atmosfair

Als zweitbeste Lösung bin ich auf Organisationen gestoßen, die CO2-Emmissionen kompensieren und dadurch versuchen, einen Ausgleich durch Förderung von Klimaschutzprojekten zu leisten. Ganz klar, dies ist nur die zweitbeste Möglichkeit nach dem Verzicht aufs Fliegen und doch ist es deutlich besser, als gedankenlos in den nächsten Flieger zu steigen. Das genaue Konzept von Atmosfair möchte ich hier jetzt nicht runterbeten, sondern empfehle euch, einfach dem Link hier zu folgen, die sehr schlüssigen Ansätze der Organisation durchzulesen und natürlich auch kritisch zu hinterfragen.

https://www.atmosfair.de/de/standards/sinnvoll_kompensieren/

Kurz gesagt, Atmosfair fördert z.B. die Entstehung von Wind- und Wasserkraft, verbessert die Energieeffizient von Öfen etc. Es wird kein CO2 aus der Luft "entnommen" sondern versucht, an anderer Stelle das CO2 einzusparen.

Wo ist da der Nachteil für mich?

Man kann es sich fast denken, die Förderung der Klimaschutzprojekte kostet Geld. Atmosfair kalkuliert über einen spezielle CO2-Berechnungsmethode den CO2-Ausstoß des Flugzeugs/Kreuzfahrtschiff etc. und berechnet einen Eurobetrag, der für die Kompensation als Spende nötig wäre. Für die Reise nach Bangkok wären das ca. 140€. Vermutlich werden jetzt Viele sagen, dass sie sich das nicht leisten können. Natürlich ist dies auch für mich (als Student) jede Menge Geld! Aber trotzdem bin ich der Meinung, dass jeder der fliegen möchte bereit sein muss, diese Mindestverantwortung dem Klima gegenüber wahrzunehmen. Zumal der Betrag bei einem Flug nach Mallorca gerade einmal bescheidene 14€ wären. Wer weit und viel fliegt, der sollte der globalen Gemeinschaft gegenüber fair sein und wenigstens versuchen, seine Emissionen zu kompensieren. Der Preis für den Einzelnen ist überschaubar und absolut machbar (gerade bei innereuropäischen Reisen), der Gewinn für den Klimaschutz wäre jedoch enorm, würde man sich vorstellen, jeder der 4 Milliarden jährlichen Flugpassagiere würde diesen Beitrag leisten! Dabei ist es auch absolut kein Argument zu sagen, dass man als Einzelner nicht viel ausrichten kann. Viele Dinge fangen im Kleinen an bevor sie zu etwas Großem werden! Und jeder einzelne sollte sich sein CO2-Konto mal ganz genau angucken und schauen, ob dies auf Dauer funktionieren kann geschweige denn fair ist. (Den ökologischen Fußabdruck kann man grob berechnen, z.B. bei www.fussabdruck.de)

Fazit:

Der Beste Flug ist der, den man nicht gemacht hat! Sollte jedoch der Reiz der Ferne doch zu groß sein (wie gesagt, absolut verständlich), dann wünsche ich mir dieses Mindestmaß an Fairness und Verantwortung, dass man zu tragen hat, wenn man höhere CO2-Emissionen produziert als Pro Kopf auf Dauer funktionieren kann. Lasst uns ab jetzt damit anfangen, und jede Reise, egal ob Flugzeug oder Kreuzfahrt kompensieren!

Und da man das heutzutage ja immer dazu sagen muss. Ich bekomme von Atmosfair nichts für diesen Artikel (die Wissen vermutlich gar nicht, dass es den gibt) sondern stelle hier lediglich meine Meinung dar.

Quellen: 
https://www.atmosfair.de/de/gruenreisen/persoenliches_klimabudget/
https://www.icao.int/Newsroom/Pages/Continued-passenger-traffic-growth-and-robust-air-cargo-demand-in-2017.aspx https://www.atmosfair.de/de/gruenreisen/klimagerechtigkeit/ https://www.atmosfair.de/de/gruenreisen/persoenliches_klimabudget/

Featured essays

Umweltverträglich(er) Reisen

Ab in den Urlaub? Es ist Frühlingszeit, die Sonne kommt allmählich wieder häufiger zum Vorschein und der urlaubsreife Europäer macht sich spätestens jetzt Gedanken, wie er/sie den Sommer verbringen möchte. Vielleicht wieder auf Mallorca entspannen… more

Ein Shooting für deine Spende: Ann-Katrin

Heyho zusammen, heute habe ich das Vergnügen eine weitere Serie zu zeigen, die unter meiner Spendenshooting-Aktion entstanden ist. Dieses mal hatte ich Ann-Katrin vor der Kamera. Das Wetter war, wie man auch auf den Bildern sieht, ein absoluter Traum… more

Azoren 2017

Hallo zusammen, heute möchte ich euch ein wenig von meinem letzten Trip auf die Azoren erzählen. Gemeinsam mit zwei meiner besten Freunde hatte ich das Vergnügen, 10 Tage auf Sao Miguel verbringen zu können. Es war bereits das dritte mal, dass ich… more